Neugründung: Lesekreis zu feministischer Technikkritik in Bielefeld

 

Was sagen Feminist*innen eigentlich zum Internet? Und überhaupt, was hat der Feminisms eigentlich zu neuesten Technologien, wie zum Beispiel Produktionsrobotik zu sagen?

Die ältesten technikfeministischen Position wurden entwickelt, als die Vorstellung eines – heute selbstverständlichen – ‚ubiquitous computing‘ als zukunftsweisende Idee allerhöchstens in Science Fiction oder der Militärforschung eine Rolle spielte.

Die feministischen Positionen im Technikdiskurs unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander – sowohl in Bezug auf ihre theoretischen Implikationen, also auch in ihren politischen Konsequenzen.

So gingen etwa die Bielefelder (aber auch US-amerikanische) Ökofeministinnen davon aus, dass Technikentwicklung und –anwendung patriarchalisch strukturiert sei. Der differenztheoretisch hergeleitete Schluss dieser Position führt über einen geschlechtsspezifischen dualistischen Begriff von Technik zu einer Essenzialisierung von Weiblichkeit. Im Kontrast dazu finden sich im Technikdiskurs feministische Positionen, die gerade gegen diese Essenzialisierung argumentieren. In der Hochzeit des Cyberfeminismus und in der Folge wurden Ansätze entwickelt, die den historischen und kulturellen Bedingungen in der Analyse des Verhältnisses von Geschlecht und Technologie einen Stellenwert einräumen, der es ermöglicht die Kontingenz innerhalb dieses Verhältnisses in Augenschein zu nehmen.

Gemeinsam ist diesen Positionen, dass sie zum Zweck der Gesellschaftskritik nach den Zusammenhängen zwischen Technologie; (vergeschlechtlichter) Subjektivität und (geschlechtlicher) Identität fragen.

Eine Revision dieser Positionen kann daher das Ziel verfolgen, die epistemologischen Grundlagen der verschiedenen Ansätze herauszuarbeiten, d. h. nach den Begriffen von Technik/Technologie, Geschlechterverhältnis, Macht, Patriarchat, Subjektivität und Identität der einzelnen Technikfeminist*innen zu fragen. Eine Diskussion über das Vorgefundene kann darüber hinaus die Grundlage für eigene Arbeiten bilden. Für Arbeiten die an der Schnittstelle von feministischer Theorie und Technologie einen Ansatzpunkt für emanzipatorische Praxen darstellen.

Der Lesekreis richtet sich an alle Interessierten, kann all gender sein und entscheidet kollektiv was gelesen und besprochen wird. Der Lesekreis ist kein moderierter Lektürekurs.

Wenn ihr Interesse daran habt, mitzulesen, schreibt eine Mail an: lesekreis@revisionmedienkollektiv.de

Das 1. Treffen findet Anfang April 2016 in Bielefeld statt.

 

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